Mandelmilch - ganz einfach und zeitsparend - aus Mandelmus hergestellt, gehört für mich zu den unkompliziertesten Pflanzenmilch-Varianten überhaupt – besonders dann, wenn sie aus hochwertigem rohem Mandelmus hergestellt wird.
Du brauchst weder Einweichzeit noch Nussmilchbeutel. Mandelmus und Wasser werden einfach miteinander gemixt und schon entsteht eine frische Pflanzenmilch, deren Cremigkeit du selbst bestimmen kannst.
Das Besondere dabei: Im Gegensatz zur Herstellung aus ganzen Mandeln wird bei Mandelmilch aus Mandelmus nichts herausgefiltert. Das gesamte Mandelmus bleibt im Getränk. Damit bleiben auch Eiweiß, Fett, Mineralstoffe und ein Teil der Ballaststoffe in deiner Pflanzenmilch – lediglich durch die Wassermenge entsprechend verdünnt.
Für mich ist das eine der schönsten Möglichkeiten, Pflanzenmilch schnell, frisch und ohne unnötige Zutaten selbst herzustellen.
Die Mandel – klein, aber voller wertvoller Nährstoffe
Mandeln liefern eine spannende Kombination aus pflanzlichem Eiweiß, hochwertigen Fetten, Vitamin E und Mineralstoffen.
Besonders hervorzuheben sind:
- Vitamin E
- Magnesium
- Calcium
- Phosphor
- Kalium
- pflanzliches Eiweiß
- Ballaststoffe
- ein hoher Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren
- verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe
Gerade diese Kombination macht Mandelmus für mich zu einer besonders wertvollen Grundlage für Pflanzenmilch.
Mandelmilch aus Mandelmus als Proteinquelle
Mandeln enthalten von Natur aus einen beachtlichen Anteil pflanzlichen Eiweißes.
Das ist besonders interessant, wenn du die Pflanzenmilch aus Mandelmus herstellst. Denn hier wird die Mandel nicht nach dem Mixen ausgesiebt. Alles, was im Mandelmus enthalten ist, bleibt auch im Getränk.
Wie viel Eiweiß deine Mandelmilch tatsächlich liefert, hängt deshalb ganz einfach von der verwendeten Menge Mandelmus ab.
Eine sehr leichte Mandelmilch mit wenig Mandelmus liefert natürlich weniger Protein.
Machst du dir dagegen eine kräftigere, cremigere Variante oder sogar eine Mandel-„Sahne“, steigt auch der Anteil an Protein, Fett, Mineralstoffen und weiteren Mandelbestandteilen deutlich.
Genau das gefällt mir so daran: Du kannst die Nährstoffdichte selbst bestimmen.
Das Fettsäuren-Profil der Mandel
Ein weiterer Grund, warum ich Mandeln besonders gerne für Pflanzenmilch verwende, ist ihr Fettsäuren-Profil.
Der größte Teil des Mandelöls besteht aus einfach ungesättigten Fettsäuren – insbesondere Ölsäure.
Diese kennen wir auch aus hochwertigem Olivenöl.
Daneben enthalten Mandeln mehrfach ungesättelte Fettsäuren, vor allem Linolsäure aus der Omega-6-Familie, sowie vergleichsweise wenig gesättigte Fettsäuren.
Das bedeutet: Mandeln liefern vor allem einfach ungesättigte Fette und nicht überwiegend gesättigte Fettsäuren.
Für die Ernährung ist das interessant, weil der Austausch gesättigter Fettsäuren gegen ungesättigte Fettsäuren zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels beitragen kann.
Mir ist dabei trotzdem die gesamte Ernährung wichtig. Auch bei einer guten Fettquelle soll nicht jeden Tag alles aus derselben Pflanze kommen. Deshalb wechsle ich Mandelmilch gerne mit Hanf-, Leinsamen-, Erdmandel-, Kokos- oder anderen Pflanzenmilch-Varianten ab.
Hülle und Fülle statt Einseitigkeit.
Vitamin E – eine besondere Stärke der Mandel
Mandeln gehören zu den Lebensmitteln, die natürlicherweise Vitamin E liefern.
Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Da Vitamin E fettlöslich ist, passt es außerdem wunderbar zur natürlichen Fettmatrix der Mandel.
Gerade bei einem schonend hergestellten rohen Mandelmus gefällt mir die Kombination besonders gut: Fett, Vitamin E, Eiweiß und Mineralstoffe kommen nicht isoliert, sondern gemeinsam aus einem Lebensmittel.
Magnesium, Calcium und Phosphor
Auch mineralstoffseitig hat die Mandel einiges zu bieten.
Magnesium trägt unter anderem zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Muskelfunktion und einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen und Zähne benötigt und trägt ebenfalls zu einer normalen Muskelfunktion bei.
Phosphor trägt zum normalen Energiestoffwechsel und zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei.
Natürlich gilt auch hier: Je stärker du das Mandelmus mit Wasser verdünnst, desto geringer ist die Mineralstoffmenge pro Glas.
Deshalb sehe ich selbstgemachte Mandelmilch nicht als standardisiertes Nahrungsergänzungsmittel, sondern als natürliches Lebensmittel, dessen Nährstoffdichte du selbst beeinflussen kannst.
Ein großer Vorteil von Mandelmus: Nichts wird ausgesiebt
Bei klassischer Nussmilch werden ganze Mandeln eingeweicht, gemixt und anschließend durch einen Nussmilchbeutel gefiltert.
Dabei bleibt ein Teil der Mandel als Trester zurück.
Bei Mandelmilch aus Mandelmus ist das anders.
Das gesamte Mandelmus bleibt im Getränk.
Dadurch verbleiben auch die darin enthaltenen Proteine, Fette, Mineralstoffe und Ballaststoffanteile in deiner Mandelmilch.
Für mich ist das einer der größten Vorteile dieser Variante – und außerdem spart sie unglaublich viel Zeit.
Von leichter Mandelmilch bis zur Mandel-Sahne
Du kannst selbst bestimmen, wie cremig deine Mandelmilch werden soll.
Für eine leichte Pflanzenmilch reichen beispielsweise etwa 1 Esslöffel Mandelmus auf 250 ml Wasser.
Wenn du es cremiger möchtest, kannst du 2-4 Esslöffel verwenden.
Für eine kräftige Mandelmilch oder eine pflanzliche Sahne-Alternative darf die Menge entsprechend höher sein.
So kannst du mit nur zwei Zutaten ganz unterschiedliche Konsistenzen herstellen:
eine leichte Mandelmilch zum Trinken
eine cremige Milch für Müsli und Porridge
eine kräftige Shake-Basis
eine Mandelcreme für Soßen
oder eine fast sahnige Variante für Suppen und Desserts.
Das macht Mandelmilch aus Mandelmus unglaublich vielseitig.
Mandelmilch als Kuhmilch-Alternative
Für Menschen mit Laktoseunverträglichkeit ist selbstgemachte Mandelmilch natürlich besonders interessant.
Sie enthält von Natur aus keine Laktose.
Aber auch wenn du Kuhmilch problemlos verträgst, kann Mandelmilch eine schöne Möglichkeit sein, mehr Abwechslung in deine Ernährung zu bringen.
Es muss nicht immer entweder oder heißen.
Vielleicht gibt es heute Mandelmilch, morgen Hanfmilch und übermorgen eine ganz andere Variante.
Auch hier gilt für mich wieder: Hülle und Fülle.
So vielseitig kannst du Mandelmilch verwenden
Mandelmilch aus Mandelmus ist für mich weit mehr als nur ein Getränk.
Für Müsli
Einfach über dein Müsli geben. Je nach gewünschter Cremigkeit dünner oder kräftiger mixen.
Für Porridge
Als Flüssigkeitsbasis oder zum Verfeinern eines bereits zubereiteten Porridges verwenden.
Wenn du die Rohkostqualität möglichst bewahren möchtest, Mandelmilch erst einrühren, wenn das Porridge nicht mehr sehr heiß ist.
Für Shakes
Mandelmilch ist eine wunderbare Grundlage für Frucht-, Beeren- oder Proteinshakes.
Durch Mandelmus bekommt der Shake gleichzeitig mehr Cremigkeit und zusätzliche Energie.
Für Smoothies
Du kannst einen Teil des Wassers im Smoothie einfach durch Mandelmilch ersetzen.
Besonders schön finde ich die Kombination mit Wildheidelbeeren, Banane, Mango, Datteln, Carob, rohen Kakao oder Zimt.
Für Kakao
Mit Carob oder Kakao, etwas Dattel und Vanille entsteht innerhalb weniger Sekunden ein cremiges Pflanzenmilch-Getränk.
Für Lupinen-Kaffee
Mandelmilch passt wunderbar zu Lupinenkaffee.
Wenn du sie rohköstlich verwenden möchtest, den Lupinenkaffee zunächst etwas abkühlen lassen und anschließend die Mandelmilch hinzugeben.
Für Matcha
Auch Matcha lässt sich wunderbar mit Mandelmilch kombinieren.
Je cremiger du die Mandelmilch zubereitest, desto weicher und runder wird das Getränk.
Für Soßen
Eine kräftigere Mandelmilch kann eine tolle Basis für cremige Soßen sein.
Besonders mit Kräutern, Knoblauch, Zitronensaft, Melasse-Hefe oder Gewürzen entstehen schnell herzhafte Varianten.
Für Suppen
Auch Suppen lassen sich mit Mandelmilch wunderbar cremig abrunden.
Wenn dir die rohe Qualität wichtig ist, kannst du die Mandelmilch erst in die fertige, etwas abgekühlte Suppe einrühren. Oder verwende es gleich nur in Rohkost-Suppen.
Für Desserts
Eine dickere Mandelmilch oder Mandel-Sahne passt zu Obst, Chia-Pudding, Rohkostdesserts oder Cremes.
Warum ich rohes Mandelmus bevorzuge
Für meine Pflanzenmilch verwende ich am liebsten Mandelmus in Rohkostqualität.
Bei einem wirklich schonend hergestellten Rohkost-Mandelmus werden die Mandeln nicht unnötig stark erhitzt. Dadurch können hitzeempfindliche Bestandteile besser erhalten bleiben als bei intensiver Erhitzung oder Röstung.
Besonders relevant sind dabei bestimmte Vitamine, Enzyme und empfindliche sekundäre Pflanzenstoffe.
Wichtig ist mir aber eine genaue Formulierung: Auch bei Rohkost kann man nicht pauschal sagen, dass wirklich jeder einzelne Nährstoff zu 100 Prozent unverändert erhalten bleibt. Mahlen, Lagerung, Sauerstoff und Licht können ebenfalls Veränderungen verursachen.
Der große Vorteil liegt für mich deshalb darin, dass ein hochwertiges rohes Mandelmus möglichst schonend verarbeitet wurde und damit der ursprünglichen Mandel sehr nahe bleibt.
Warum ich meine Mandelmilch nicht erhitze
Wenn ich bewusst Rohkost-Mandelmus verwende, möchte ich diese Qualität anschließend nicht durch starkes Erhitzen wieder verändern.
Deshalb trinke ich meine Mandelmilch kalt oder lauwarm oder gebe sie erst zu Speisen und Getränken, wenn diese etwas abgekühlt sind.
Hitzeempfindliche Vitamine, Enzyme und einige sekundäre Pflanzenstoffe können bei höheren Temperaturen teilweise reduziert oder verändert werden.
Mineralstoffe, Eiweiß und Fett verschwinden dagegen durch Erwärmung nicht einfach.
Für mich geht es deshalb nicht darum zu behaupten, erhitzte Mandelmilch sei plötzlich wertlos. Ich möchte vielmehr die besonders schonende Verarbeitung meines Rohkost-Mandelmuses konsequent weiterführen.
Wenn ich mich schon für Rohkostqualität entscheide, möchte ich sie auch möglichst roh genießen.
Mandelmilch in Sekunden selbst gemacht
Für eine einfache Mandelmilch brauchst du nur:
Mandelmus in Rohkostqualität
Wasser
Beides fein miteinander mixen – fertig.
Je nach Geschmack kannst du noch ergänzen:
Vanille
Zimt
Carob
Dattel
eine kleine Prise Salz
oder andere Gewürze.
Keine Einweichzeit.
Kein Abseihen.
Kein Trester.
Und du kannst jedes Glas genau so cremig machen, wie du es gerade brauchst.
Unten erhältst du ein genaues Rezept das du dann natürlich variieren kannst.
Frisch zubereiten und zeitnah genießen
Selbstgemachte Mandelmilch enthält keine Konservierungsstoffe und wird nicht pasteurisiert.
Deshalb bereite ich sie lieber frisch und in kleineren Mengen zu.
Wenn etwas übrig bleibt, gehört sie gut verschlossen in den Kühlschrank und sollte zeitnah verbraucht werden.
Vor dem Trinken einfach noch einmal kräftig schütteln oder kurz aufmixen, denn eine natürliche Trennung ist bei selbstgemachter Pflanzenmilch vollkommen normal.
Mein Fazit
Mandelmilch aus rohem Mandelmus ist für mich eine der einfachsten und gleichzeitig vielseitigsten Pflanzenmilch-Varianten.
Sie ist in Sekunden fertig, lässt sich von leicht bis sahnig dosieren und bringt die Bestandteile der Mandel direkt mit ins Glas – ohne dass nach dem Mixen ein Teil als Trester herausgefiltert wird.
Besonders schätze ich das pflanzliche Eiweiß, Vitamin E, Magnesium und das Fettsäuren-Profil mit seinem hohen Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren.
Und dann ist da noch diese unglaubliche Vielseitigkeit:
im Müsli, im Porridge, im Shake, im Smoothie, im Kakao, im Lupinen-Kaffee, im Matcha, in Soßen, Suppen oder Desserts.
Ein Glas Mandelmilch kann ganz leicht sein.
Oder wunderbar cremig.
Oder fast wie Sahne.
Du entscheidest selbst, was du gerade brauchst.
Genau das bedeutet für mich Hülle und Fülle: ein gutes Grundprodukt und daraus immer wieder etwas Neues entstehen lassen.
